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Erste Schritte mit Paint.NET

von: Vidorial 08.März 2011 | 1.290  Aufrufe
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Paint.NET hier herunterladen.

Paint.NET ist eine sehr beachtliche Grafik-Software mit vielen professionellen Features. Das einzige Manko ist die Dokumentation, die bloß online abrufbar ist und zudem nur in englischer Sprache vorliegt. Lediglich ein Microsoft-Widget steht zur Verfügung, das für eine automatisierte Übersetzung sorgt. Das Ergebnis sorgt zwar für einige Lacher, trägt aber nicht sonderlich zur Erhellung des Anwenders bei. Das ist schade. Daher springen wir in diese Lücke und zeigen Ihnen die ersten Schritte anhand konkreter Beispiele.

Schritt 1: Paint.NET herunterladen und installieren
Zunächst müssen Sie sich auf die unten eingeblendete Webseite begeben, um sich die aktuelle Version herunterzuladen.
Klicken Sie rechts oben auf den Schriftzug „Paint.NET v3.5.6“ um fortzufahren.
Es öffnet sich eine neue Seite mit dem Download-Angebot. Klicken Sie einfach auf die Grafik mit der „dotPDN“-Inschrift.
Es erscheint eine weitere Seite. Erneut müssen Sie rechts oben auf dem Schriftzug „Paint.NET v3.5.6“ klicken. Erst dann gelangen Sie zu dem erwünschten Download und können die Datei auf Ihre Festplatte kopieren.
Schritt 2: Der erste Start
Wenn Sie das Programm erstmals starten, werden Sie neben dem Hauptfenster mit vier weiteren Werkzeugfenstern konfrontiert.
Jedes einzelne dieser Fenster kann im Menü „Fenster“ auf Wunsch ausgeblendet werden. Das ist allerdings zu Beginn nicht ratsam.
Links oben befinden sich die Zeichenwerkzeuge. Diese benötigen Sie, um die gewünschten Manipulationen an Ihrer Grafik vornehmen zu können.
Darunter finden Sie die Farbpalette. Dort stellen Sie nach eigenem Wunsch die benötigten Farben ein. Die Palette ist in zwei Modi verfügbar, nämlich im Standardmodus (die Schaltfläche rechts oben trägt die Aufschrift „Mehr“) oder im erweiterten Modus. Für die ersten Gehversuche reicht es, wenn Sie die Palette im Standardmodus belassen.
Im rechten Bereich des Fensters befindet sich das Verlaufsfenster. Dort werden akribisch die durchgeführten Arbeitsschritte protokolliert. Mit Hilfe dieses Protokolls können Sie unerwünschte Aktionen jederzeit wieder rückgängig machen.
Zum Schluss bleibt nur noch rechts oben die Ebenen-Verwaltung. Hier werden die Ebenen Ihrer aktuellen Grafik aufgelistet und können jederzeit zu weiteren Bearbeitungszwecken ausgewählt werden. Das Thema „Ebenen“ wird später besprochen, sodass wir es an dieser Stelle lediglich bei dieser Information belassen.
Im oberen Bereich des Programmfensters finden Sie die gewohnte Werkzeugleiste und das Menü. Dort können Sie neben den üblichen Datei- und Zwischenablage-Operationen noch die Effekte und Filter abrufen. Auch dazu später mehr.
Der Hauptteil des Programmfensters wird indessen natürlich von der Zeichenfläche beansprucht.
Schritt 3: Arbeiten mit Ebenen
Die meisten guten Grafikprogramme beherrschen sie - die Ebenen. Für unbedarfte Anwender stellt diese Technik immer wieder eine scheinbar unüberwindbare Hürde dar, dabei ist dieses Prinzip eigentlich recht einfach.
Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten mit verschiedenfarbigem Tonpapier, um daraus eine Figur zu entwerfen. Für jedes Teil schneiden Sie eine andere geometrische Form in einer beliebigen Farbe aus. Später werden die einzelnen Fragmente ausgerichtet und verklebt. Was zuvor lediglich geometrische Formen waren, fügt sich nun zu einem erkennbaren Gesamtbild zusammen.
Auf diese Weise sind die Figuren der Kult-Serie „South Park“ entstanden. Ganz ohne Computer. Mit dem PC ist das genauso möglich. Vielleicht wird das Prinzip anhand eines konkreten Beispiels deutlicher. Wir zeichnen mal ein Gesicht mit Hilfe von Ebenen.
Starten Sie, falls noch nicht geschehen, Paint.NET und beginnen Sie mit einem leeren Dokument.
Eine Ebene kann aus einer beliebigen Anzahl an Elementen bestehen. Das können geometrische Grundkörper sein, aber auch zum Beispiel Foto-Elemente, die Sie über die Zwischenablage in Ihre Grafik hinein kopieren.
Wählen Sie nun aus dem Menü Ebenen den Eintrag Neue Ebene hinzufügen.
Entscheiden Sie sich bei den Zeichenwerkzeugen für die Ellipse.
Unterhalb des Menüs und der allgemeinen Werkzeugleiste finden Sie eine Parameterleiste, in der sich alle Einstellungen für das gewählte Werkzeug vornehmen lassen. In der zweiten Dropdown-Liste können Sie einstellen, wie die Form gezeichnet werden soll. Wählen Sie Gefüllte Formen mit Kontur zeichnen.
Im nächsten Schritt legen Sie die Primär- und die Sekundärfarbe fest. Die Primärfarbe definiert dabei die Farbe der Kontur, die Sekundärfarbe die der Füllung. Nehmen Sie für die Füllung einen beliebigen Farbton und die Kontur soll eine ähnliche, jedoch etwas dunklere Farbe gewählt werden.
Zeichnen Sie nun auf die Zeichenfläche einen hübschen Kreis, der den Kopf definieren soll. Dieser Kreis muss nicht zwingend exakt sein - der menschliche Schädel ist ja schließlich auch nicht ganz kreisrund.
Wie Sie sehen, erscheint Ihr Kreis, gemäß der eingestellten Farben. Zugleich ist in dem Ebenenfenster diese Ebene als „Ebene 2“ aufgelistet und automatisch markiert.
Wenn Sie nun in den Zeichenwerkzeugen die rechte Schaltfläche in der oberen Reihe aktivieren, können Sie Ihren Kopf auf der Zeichenfläche beliebig verschieben. Wenn Sie möchten, können Sie ihn nun nach Wunsch ausrichten.
Bei komplexen Grafiken mit vielen Ebenen ist es sinnvoll, diesen etwas deskriptivere Bezeichner zu geben, als etwa nur „Ebene 2“. Zu diesem Zweck klicken Sie die fragliche Ebene doppelt an und es erscheint ein Dialog mit den Ebeneneigenschaften.
Den Namen „Ebene 2“ ändern wir nun in „Kopf“ und bestätigen unsere Änderung mit OK. In der Ebenenliste erkennen Sie nun, dass dieser Name übernommen wurde.
Schritt 4: Die Augen
Im nächsten Schritt verpassen wir unserem Männchen einen Satz Augen. Dabei wird unser Werk sicherlich nicht in die Kunstgeschichte eingehen, aber Sie lernen einige interessante Techniken bei der Arbeit mit Ebenen kennen.
Beginnen wir mit einer neuen Ebene. Dieser verpassen wir die Bezeichnung „Linkes Auge“.
Anschließend wählen Sie als Primärfarbe Schwarz, die Sekundärfarbe sollte Weiß sein. Zeichnen Sie erneut eine Ellipse (Füllung und Kontur), die diesmal wirklich sehr oval sein sollte. Da Sie die Ebenen anschließend ja nach Belieben verschieben können, ist es zunächst einmal egal, wo Sie diese im Gesicht platzieren.
Nun bekommt diese Ebene eine zweite Form verpasst. Es wird wiederum eine elliptische Form werden, diesmal aber nur mit Füllung ohne Kontur. Zeichnen Sie nun innerhalb des Ovals einen schwarzen Kreis ein, der die Pupille darstellen soll.
Ebenen lassen sich nicht nur nach Lust und Laune verschieben, sondern auch rotieren. Das machen wir uns zunutze, um das Auge nicht allzu waagerecht im Gesicht erscheinen zu lassen.
Wählen Sie im Menü Ebene den Eintrag Rotationszoom. Es erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie nicht nur den Rotationswinkel einstellen können, sondern Ihr Auge, falls Ihnen das zu groß geraten sein sollte, auch verkleinern können, ohne es nochmals neu zeichnen zu müssen.
Verschieben Sie diesen Dialog nun soweit, bis Sie Ihr Bild gut erkennen können und ändern Sie den Rotationswinkel, dass das Auge leicht schräg nach innen steht. Ein guter Wert ist etwa -10°.
Danach platzieren Sie das erste Auge, dass es anatomisch halbwegs korrekt liegt.
Es dürfte ein ziemlich umständliches Unterfangen sein, nochmals exakt das gleiche Auge zu zeichnen, daher verwenden wir die Zwischenablage. Wählen Sie die Ebene „Linkes Auge“ und anschließend aus Bearbeiten den Eintrag Kopieren aus.
Öffnen Sie erneut das Bearbeiten-Menü und wählen In neue Ebene einfügen.
Nun erscheint eine neue Ebene, nämlich „Ebene 4“. Am Bild selbst hat sich scheinbar nichts geändert. Aber eben nur scheinbar. Die neue Ebene, mit der exakten Kopie des ersten Auges, wurde genau über die ursprüngliche Ebene gelegt. Greifen Sie also beherzt zu dem Verschieben-Werkzeug und platzieren Sie es auf die andere Seite. Dadurch wird das zweite Auge sichtbar. Anschließend machen Sie diese Aktion gleich wieder rückgängig.
Wählen Sie stattdessen im Menü Ebene den Befehl Horizontal kippen. Damit wird das Auge gewissermaßen gespiegelt. Die Kopie ist jetzt ebenfalls nach innen abgewinkelt und auch hübsch symmetrisch auf der anderen Seite. Nun benennen wir noch kurz die neue Ebene in „Rechtes Auge“ um und voilà, unser Männchen blickt uns vollständig an.
Schritt 5: Mund und Nase
Legen Sie zunächst eine neue Ebene an und nennen Sie diese „Mund“. In den nachfolgenden Schritten lernen Sie eine weitere Technik kennen, mit der Sie gekrümmte Linien zeichnen können.
Unser nächstes Werkzeug wird Linie/Kurve sein. Wählen Sie dieses aus.
Nun müssen wir die Parameter ein wenig verändern. Da wäre zunächst die Farbe. Dem klassischen Muster folgend wählen wir ein sattes Rot.
In der Parameterleiste ändern wir folgendes: die Pinselstärke setzen wir auf 10 Pixel, um ein wenig mehr als nur einen dünnen Strich zu erhalten, Strichanfang und Strichende sollten abgerundet sein.
Zeichnen Sie nun an der ungefähren Position des Mundes eine zunächst gerade Linie ins Gesicht.
Unser Männchen wird damit nicht unbedingt freundlicher. Allerdings haben Sie vielleicht die vier Anfasser bemerkt, die innerhalb der Linie blinken. Wenn Sie diese verschieben, können Sie nach Belieben die gewünschte Emotion erzeugen.
Wer es ganz genau nehmen möchte, zeichnet eine weitere gekrümmte Linie ein, verbiegt diese nach eigenem Wunsch und füllt den Zwischenraum mit weißer Farbe, um einen etwas komplexeren Mund zu erhalten.
Bei der Nase können Sie ja mal selbst das soeben Beschriebene ausprobieren. Verwenden Sie einen dunkleren Ton der Hautfarbe und nutzen Sie die gekrümmte Linie, um eine Nase zu bilden.
Damit steht unser erstes „Kunstwerk“ und wir haben die Arbeit mit Ebenen, zumindest erst einmal im groben Ansatz, erläutert. Mit diesem Rüstzeug können Sie sich nun daran machen, die weiteren Möglichkeiten dieser Technik, auch mit den anderen, hier nicht besprochenen Zeichenwerkzeugen, zu erforschen.
Schritt 6: Bearbeiten von Bildern
Wie bei jeder Grafiksoftware üblich, finden Sie auch hier die gängigen Bildbearbeitungsfunktionen. Der geplante Zeit dieses Workshops reicht leider nicht aus, um alles im Detail zu erläutern. Dennoch sollte ein kurzer Schnelldurchlauf nicht fehlen.
Eine Größenänderung führen Sie durch, wenn Sie im Menü Bild den Eintrag Größe anklicken. In dem Dialogfenster können Sie die gewünschte Bildgröße, die Interpolation und die Auflösung festlegen.
Sie können auch Bilder beschneiden. Wählen Sie bei den Zeichenwerkzeugen oben links die rechteckige Maske, markieren Sie den Bildbereich, der erhalten bleiben soll und wählen Sie Auf Markierung zuschneiden im Menü Bild.
Auch den Rote-Augen-Effekt bekommen Sie mit Paint.NET in den Griff. Markieren Sie zunächst die betreffenden Bildbereiche, wählen Sie im Menü zunächst Effekte, dann Foto und schließlich Rote-Augen-Effekt entfernen. In dem nachfolgenden Dialog stellen Sie die nötigen Parameter ein. Gegebenenfalls müssen Sie sich nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ an das optimale Ergebnis heran tasten. Mit der Option Rückgängig können Sie eine missglückte Aktion ja jederzeit widerrufen.
Farbliche Anpassungen nehmen Sie im Menü Korrekturen vor. Laden Sie am besten ein beliebiges Foto in das Programm und experimentieren Sie mit den einzelnen Optionen herum, um diese kennen zu lernen.

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Kommentare (4)



# Divinity - 18.03.2011 - 20:29



# Rainer Letz - 09.03.2011 - 09:02
Toll aber ich bleib trotzdem beim Photoshop.



# X264 - 08.03.2011 - 12:00
Geniales kostenloses Programm.



# FLAC - 08.03.2011 - 11:59
tolles Tutorial für ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm.